Kriminalstatistik Berlin 2025 die Erste:
Das kleine 1×1 der Messerkriminalität
Am vergangenen Mittwoch haben die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Dr. Barbara Slowik Meisel, Polizeipräsidentin von Berlin, die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) der Hauptstadt für das Jahr 2025 vorgestellt. Dabei stand auch die Messerkriminalität im Fokus. Innensenatorin Iris Spranger sparte hier nicht mit Lob für die von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport gemeinsam mit der Berliner Polizei im Jahr 2024 eingerichteten drei Waffen- und Messerverbotszonen (Görlitzer Park, Kottbusser Tor, Leopoldplatz). Wörtlich sagte sie: „Mit unserer Berliner Strategie gegen Messerkriminalität haben wir deutliche Erfolge erzielt. Der Rückgang von Messerangriffen betrug beispielsweise im Bereich der drei eingerichteten Waffen- und Messerverbotszonen zwischen 25 und 45 Prozent.“
Die ganze Wahrheit sieht jedoch anders aus, wie genau dieselbe Statistik belegt: Im Jahr 2025 wurden in Berlin 3.599 Fälle im Phänomenbereich „Messerangriff“ registriert. Das sind 187 Fälle beziehungsweise 5,5 % mehr als im Vorjahr. 48,9 % der Taten (1.759) ereigneten sich dabei im öffentlichen Raum. Aber genau dieser „öffentliche Raum“ ist das entscheidende Kriterium, an dem sich politische bzw. polizeiliche Maßnahmen messen lassen müssen. Der BZL hat daher einen Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistik Berlins aus dem Jahr 2024 geworfen – und da lag die Zahl der Messerstraftaten im öffentlichen Raum bei 1.765 Fällen. Die von Iris Spranger postulierten „deutlichen Erfolge“ bestehen also in einem Rückgang von genau 6 Taten, was einer Veränderung von sage und schreibe 0,3 % entspricht. Allein diese Zahlen sind ein weiteres untrügliches Indiz, dass Waffen- und Messerverbotszonen eben genau nicht zu einem Rückgang der Messerkriminalität führen, sondern lediglich zu einer Verlagerung.
Vertieft man dieses „kleine 1×1 der Berliner Messerkriminalität“, wird es noch besorgniserregender: Die drei Messerverbotszonen Görlitzer Park, Kottbusser Tor und Leopoldplatz sind absolute Drogen- und Kriminalitäts-Hotspots, in denen sich eine Art Parallelgesellschaft etabliert hat und die von vielen friedlichen Bürgern nach Möglichkeit gemieden werden. Wenn dort nun die Messerkriminalität laut der Berliner Innensenatorin um bis zu 45 Prozent gesunken ist, muss es also an anderen Orten im „öffentlichen Raum“ einen umso deutlicheren Anstieg gegeben haben. Und das heißt nichts anderes, als dass es außerhalb dieser Areale für die Berlinerinnen und Berliner gefährlicher geworden ist.
Einmal mehr zeigt sich deutlich, dass Symbolpolitik harte Zahlen, Daten und Fakten scheut. Denn hätte Iris Spranger genau diese Fakten gewürdigt, hätte ihr Urteil zur Messerkriminalität in Berlin und vor allem zu deren Bekämpfung deutlich anders ausfallen müssen. Es bleibt dabei: Auch in Berlin sind nicht die Tatmittel das Problem, sondern die Täter.