DJV-Bundesjägertag - Erfolgsstory mit prominenten Gästen
Unter dem Motto „Kompetenz im Revier – Ethik im Handeln“ fand am Wochenende der diesjährige Bundesjägertag des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in Suhl statt. Im Mittelpunt der zweitätigen Veranstaltung stand neben der Erarbeitung eines Grundsatzpapiers zu ethischen Standards bei der Jagd auch die Evaluierung und Neuregelung des Waffenrechts.
Die politische Relevanz des DJV und seiner 15 Landesjagdverbände zeigte sich schon in der Liste der Gastredner, die ihre Grußworte an die Versammlung richteten. So hob Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) die Leistungen der Jägerinnen und Jäger rund um Arten- und Naturschutz hervor und schloss mit dem klaren Statement, dass die Jagd zu Deutschland gehöre. Wie bereits im letzten Jahr wandte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch dieses Mal mit einer Videobotschaft an die Delegierten. Darin unterstrich er nicht nur die Bedeutung der Jagd, sondern ging auch auf die laufende Novellierung des Waffenrechts ein. Wörtlich versprach er, dass diese "den legalen Waffenbesitz von Jägern nicht unnötig verkomplizieren soll." In die gleiche erfreuliche Richtung ging auch das Grußwort von Christoph de Vries (CDU), dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Für ihn seien die Maßgaben im Koalitionsvertrag verbindlich: "Das Waffenrecht muss praxisgerechter werden. Noch mehr Regulierung ist nicht Gegenstand unserer Arbeit. Das müssen auch die Bundesländer respektieren." Viel wichtiger sei es laut de Vries, das Problem mit illegalem Waffenbesitz anzugehen.
Während die Jägerinnen und Jäger beim Waffenrecht noch hoffen müssen, dass die Bundesregierung dann auch im Gesetzgebungsverfahren Wort halten wird, konnte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) in seinem Grußwort vermelden, dass die Schwarz/Rote Koalition in seinem Ressortbereich „geliefert“ habe. „Wir haben dafür gesorgt, dass der Wolf im Jagdrecht ist. Wir brauchen jetzt regionale Maßnahmen“, so der Landwirtschaftsminister wörtlich.
In seinem Jahresbericht ging DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke natürlich ebenfalls auf das Thema Wolf ein und stellte fest, dass dies der größte jagdpolitische Erfolg seit Jahrzehnten sei. Doch auch generell seien der Deutsche Jagdverband und die Jagd in Deutschland auf der Erfolgsspur. In dieses Bild der Stärke und Geschlossenheit passte auch hervorragend, dass mit Hubert Stärker zum ersten Mal seit 2009 wieder ein Präsident des Bayerischen Jagdverbandes zum Bundesjägertag kam. In seinem Grußwort stellte er heraus, wie wichtig der Zusammenhalt in der Jägerschaft ist. „Wir brauchen starke Landesjagdverbände und einen starken DJV“, so Stärker in seiner mit viel Applaus bedachten Rede.
In einer Podiumsdiskussion ging es dann noch einmal um die Evaluierung und Neuregelung des Waffenrechts. Die Olympia Skeet-Schützin Nele Wißmer, Staatssekretär Christoph de Vries, Hessens LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger sowie BZL-Vorsitzender Matthias Klotz stellten sich den Fragen von Moderatorin Marie Hoffmann rund um die Herausforderungen, denen sich der Gesetzgeber und die Betroffenen nun stellen müssten. Hier wurde sehr deutlich, dass die Verbesserung des Waffengesetzes vor allem zu einer Entlastung der Behörden beim Management des Legalwaffenbesitzes führen müsse, damit genau diese Stellen sich um die Bekämpfung des eigentlichen Problems kümmern könnten – nämlich den illegalen Waffenbesitz und den Waffenmissbrauch.